DAS TRICLINIUM, MITTELPUNKT DER FESTESSEN

Das “triclinium”, der Speisesaal, war das schönste Zimmer des Hauses – prunkvoll dekoriert und eingerichtet (mit Marmor, Mosaiken, Fresken, Brunnen, mit Intarsien versehenen Tischen sowie Blumen). Es gab drei große Gefäße: das oenophorus für Wein, das caldarium für warmes Wasser und das cratere (craterra) für den Weinausschank. Das triclinium musste mit dem rechten Fuß zuerst betreten werden, dann machte man es sich auf seinem Platz bequem – einem Sofa für drei Personen, auf dem man – wie die Griechen – liegend aß. Zwar war das Essen im Liegen eher unbequem, aber Zeichen von Eleganz und sozialer Überlegenheit. In der Tat aßen Frauen, Kinder und weniger Wohlhabende im Sitzen. Die triclinia waren lange Speisesofas, von denen drei hufeisenförmig um einen Tisch angeordnet waren. Der dreibeinige Tisch war rund, manchmal auch quadratisch und von der Seite, an der kein Speisesofa stand, konnten die Bediensteten Speisen und Getränke servieren.

Das Ehrensofa war das, dem niemand gegenüber saß (lectus medius). Von den anderen beiden Sofas, war das rechte das wichtigere (lectus summus), dann das andere (lectus imus). Der Hausherr (dominus) positionierte sich normalerweise im lucus summus in imus und die anderen Plätze wurden dann nach einer hierarchischen Vorliebe verteilt.
Wie schon gesagt, waren die Sofas für je drei Personen gedacht, aber wer sich wegen seiner Gäste keine Umstände machen wollte, besetzte alleine ein halbes Sofa oder ließ allenfalls eine zweite Person darauf Platz finden. Das Essen konnte von einer Servierplatte genommen oder von einem Sklaven auf einem persönlichen Teller serviert werden. Diesen hielt man in der linken, aufgestützten Hand, während die rechte das Essen in kleinen Portionen zum Mund führte, um sich nicht zu beschmutzen. Teller und Becher waren aus Italischer Terra Sigillata (diese war mit einem Stempel (sigillum) versehen). Beim Besteck fehlte normalerweise das Messer, da seine Handhabung im Liegen eher unpraktisch war. Daher wurden die Gerichte bereits vor dem Servieren in mundgerechte Stücke geschnitten. Diese Aufgabe übernahmen eigens dafür bestimmte Sklaven, die „scissors“ genannt wurden. Benutzt wurden hingegen Löffel (ligulae). Ein besonderer Löffel – genannt coglea – diente zum Enthülsen von Schnecken, auf die die Römer geradezu versessen waren.

Normalerweise aß man mit den Händen, als besonders elegant galt es, das Essen mit den Fingerspitzen zum Mund zu führen. Eine andere Gewohnheit – die wir heute als schlechte Manieren bezeichnen würden – war es, die Essensreste auf den Boden zu werfen. Für die alten Römer allerdings galt es als Zeichen der Wertschätzung und war eine Demonstration des Überflusses. Es war nicht unüblich, sich während des Essens von einer Ballettaufführung unterhalten zu lassen. Die beliebtesten Tänzerinnen waren die aus Cadiz, die sich – begleitet von Kastagnetten – auf sehr sinnliche Weise bewegten.

Sehr schnell kam man allerdings dahinter, dass das Übermaß an Nahrungsmitteln auch Ursache vieler Krankheiten war. So entstanden die ersten Abhandlungen über Kochkunst und Ernährungslehre, die bis ins Mittelalter hinein Schule machten. Wenn man bedenkt, dass die Festmähler in der römischen Kaiserzeit bis zu 100 Gänge umfassten, war diese Sorge in der Tat berechtigt.

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